Renaissance Astrologie: Ausstellung Bilderwelten in München

Buchschätze aus der Zeit der Renaissance Astrologie.Fotonachweis / Alle Rechte: Bayerische Staatsbibliothek

Die Ausstellung Bilderwelten ist ein Highlight für Freunde der Buchkunst und Kalligrafie

Ein Juwel aus der Zeit der Renaissance Astrologie ist in der Ausstellung „Bilderwelten“ zu besichtigen – das Gebetbuch Kaiser Maximilians I. mit Zeichnungen von Dürer, Cranach, Grien und Altdorf. Die meisterhaften Federzeichnungen von Dürer, Cranach, Altdorfer und Burgkmair, gelten als Inbegriff der deutschen Renaissancekunst.

„Besonders bei den Zeichnungen von Dürer kann man den direkten Bezug zur Astrologie erkennen“ erklärt Sonja Schön.

In der Ausstellung BILDERWELTEN in München werden Spitzenstücke der Buchmalerei zwischen Mittelalter und Neuzeit gezeigt.  Als Hommage an das Reformations-Jubiläum 2017 zeigt die Schatzkammer-Ausstellung ausgewählte Bibeln von Karl dem Großen bis zu Luther. Das erste gedruckte Buch, die Gutenbergbibel von 1454/55, ist ebenso zu sehen wie die berühmte Ottheinrich-Bibel oder die Münchener Furtmeyr-Bibel mit ihren meisterhaften Illuminationen des Alten Testaments.

Neue Bilder für die neue Zeit

Der Medienwandel mit seiner Auswirkung auf die Buchkunst bildet den thematischen Schwerpunkt der ersten Schatzkammer. Neben neuartige Illustrationen zeitgenössischer und klassischer Texte, Werken zu Geographie, Astronomie und Medizin treten natur- und parawissenschaftliche Ratgeber.

Die beiden Teile des 1513 entstandenen persönlichen Gebetbuchs Kaiser Maximilians I.werden nach mehr als sechzig Jahren zusammen präsentiert. Die meisterhaften Federzeichnungen von Dürer, Cranach, Altdorfer und Burgkmair, die als Inbegriff der deutschen Renaissancekunst gelten, sind so zart und empfindlich, dass Restauratoren während der Ausstellungszeit zweimal die Seiten blättern, also sechs verschiedene Doppelseiten gezeigt werden.

Erster Atlas mit dem neu entdeckten Kontinent „Amerika“

Buchschätze aus der Zeit der Renaissance Astrologie.

Fotonachweis / Alle Rechte: Bayerische Staatsbibliothek

Zu sehen ist außerdem der erste Atlas, in dem der von Kolumbus neu entdeckte Kontinent erstmals „Amerika“ benannt wurde: Martin Waldseemüller hatte 1507 die Holzschnitte der Globensegmente zum Druck des Erdglobus erstellt. Erstmalig gezeigt wird das in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts im Bodenseeraum entstandene Planetenbuch mit hervorragenden Darstellungen der Planeten als Personifikationen und Tierkreiszeichen.

Die Bibel von Karl dem Großen bis zu Martin Luther

Die zweite Schatzkammer widmet sich unter dem Titel „Die Bibel von Karl dem Großen bis zu Martin Luther“ ganz dem Buch der Bücher, das als zentrales Werk das ausgehende Mittelalter mit der beginnenden Neuzeit verbindet. Die ältesten gezeigten Handschriften sind die in Tours zwischen 830 bis 843 entstandene Touronische Bibel und die Riesenbibel König Heinrichs IV. von 1060/70. Ein herausragendes Werk mittelalterlicher Buchmalerei am Übergang vom handgeschriebenen zum gedruckten Buch ist die Münchener Furtmeyr-Bibel (1465-70), eine Luxusfassung des Alten Testaments. Das erste mit beweglichen Lettern gedruckte Buch ist die 1454/55 in Mainz entstandene Gutenbergbibel. Die Ausstellung zeigt das Münchner Exemplar, eines von nurmehr 50 noch bekannten auf Papier gedruckten Exemplaren. Auf das bevorstehende 500-jährige Reformationsjubiläum stimmt die Lutherbibel
ein, mit Porträts von Luther und Erzbischof Sigismund von Brandenburg aus der Cranach-Werkstatt sowie handschriftlichen Einträgen von Melanchthon. Rund 100 Glanzstücke der deutschen Buchmalerei des Spätmittelalters und der frühen Renaissance zeigt der dreiteilige Ausstellungszyklus „Bilderwelten – Buchmalerei zwischen Mittelalter und Neuzeit“ der Bayerischen Staatsbibliothek vom 13. April 2016 bis 24. Februar 2017. Wie kaum ein anderes Medium geben Bilder – Miniaturen, Zeichnungen, Holzschnitte – in Handschriften und Büchern Einblicke in das von Umbrüchen und Entdeckungen geprägte 15. und frühe 16. Jahrhundert. Thematisch in drei Teile gegliedert, bietet die Schau mit hochkarätigen Exponaten aus den eigenen Beständen einen faszinierenden Zugang zur damaligen Welt und ihrer künstlerischen Vielfalt.

Buchschätze aus der Zeit der Renaissance

Fotonachweis / Alle Rechte: Bayerische Staatsbibliothek

Informationen zur Ausstellung „Bilderwelten“:

Öffnungszeiten:
Montag – Freitag 10 – 17 Uhr | Donnerstag 10 – 20 Uhr
sowie an allen ersten Sonntagen im Monat von 13 – 17 Uhr

Eintritt frei 

Ort:
Bayerische Staatsbibliothek, Schatzkammern und Fürstensaal, 1. OG
Ludwigstraße 16, 80539 München
U3/6; Bus 150/153/154, Haltestelle Universität; Bus 100/153, Haltestelle Von-der-Tann-Straße

 

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