Wetterfühligkeit? So machen Sie sich das Klima zum Freund!

Wenn Föhnwolken im Voralpenland den letzten Tag einer Schönwetterperiode ankündigen oder wenn im Norden ein gewaltiges Sturmtief aufkommt, ist das für viele Menschen mit Beschwerden verbunden. Vor allem Menschen mit Kreislaufproblemen und niedrigem Blutdruck sollten bei extremen Wetterumschwüngen vorsichtig sein.

 

Symptome

Wer kennt das nicht? Man ist von einem Augenblick zum anderen mies gelaunt, hat Kopfschmerzen, Migräne, fühlt sich nicht wohl. Die Verdauung funktioniert schlecht. Viele Stunden ist man gereizt oder deprimiert, hat wenig Energie und schon gar keine Lust zum Arbeiten. Oft rätselt man: Was ist los mit mir? Da lohnt es sich, beim Fenster hinauszuschauen und zu prüfen, ob sich vielleicht das Wetter radikal geändert hat, oder ob es zu einem starken Temperatur-Wechsel gekommen ist. Wenn das der Fall ist, dann ist die Sachlage klar: Die Ursache für Ihre schlechte gesundheitliche Lage ist die Wetterfühligkeit. Jeder zweite Erwachsene in Deutschland ist davon betroffen, zwei Drittel sind Frauen.

 

Ursachen

Das Phänomen der Wetterfühligkeit hat es schon immer gegeben. Im Buch Hiob des alten Testaments wird schon darauf hingewiesen, und 400 vor Christi Geburt warnte der griechische Arzt Hippokrates: „Man sei besonders auf der Hut vor Wetterwechseln!“ Große Persönlichkeiten der Geschichte wie zum Beispiel Columbus, Goethe, Luther, Mozart, Rilke und Wagner waren wetterfühlig. „Die Wetterfühligkeit selbst ist jedoch keine Krankheit“, betont Professor Hademar Bankhofer. „Es handelt sich hierbei um eine besondere Empfindlichkeit gegenüber Veränderungen von meteorologischen Einflüssen.“ Sie entsteht, wenn die Reizschwelle des vegetativen Nervensystems gegenüber bioklimatischen Veränderungen herabgesetzt ist. In dieser Situation kommen dann all jene Befindlichkeitsstörungen und Alltagsbeschwerden, zu denen jemand neigt, zutage. Die gesundheitlichen Schwachstellen machen sich bemerkbar. Wetterfühligkeit steigert sich auch mit zunehmendem Alter. In den mittleren Lebensjahren leidet jeder Dritte darunter, um das 50. Lebensjahr jeder Zweite. Stress und Ärger verstärken sie noch. Untersuchungen der Europäischen Union haben ergeben: In den Städten Mitteleuropas klagen bereits 60 Prozent der Bewohner über Wetterfühligkeit, Tendenz steigend.

 

So beugen Sie vor

  • Achten Sie auf den Mineralstoffgehalt Ihrer Ernährung. Zu wenig Eisen, Magnesium oder Kalium führt zu Ermüdungserscheinungen und Schlaffheit. Tipp: Essen Sie Naturreis, Sojaprodukte und ein kleines Stückchen Schokolade.
  • Passen Sie sich dem Wetter an: Bei Hitze sollten Sie entsprechend luftige, nicht einengende Kleidung tragen und reichlich trinken. Bei einer nahenden Kaltfront massieren Sie Ihren Körper mit einer Bürste und essen verstärkt Kohlenhydrate in Form von Nudeln, Kartoffeln und Brot.
  • Generell haben sich Vollkornprodukte, frisches Obst und rohes Gemüse bei der Ernährung von wetterfühligen Menschen bewährt: So sollte man Müsli mit reichlich Haferflocken und Haferkleie essen, weil es sich positiv auf Herz und Kreislauf auswirkt. Tipp: Leinsamen in Form von Tee trinken: 1 Esslöffel Leinsamen goldgelb über Nacht in ¼ Liter Wasser stehen lassen, morgens umrühren, den Leinsamen gut kauen, das Wasser nachtrinken. Beim Gemüse vor allem Möhren, beim Obst in erster Linie Äpfel bevorzugen! Tipp: ½ Salzhering mit einem Stück Vollkornbrot liefert ebenfalls wichtige Mineralstoffe.
  • Raus an die Luft! Bewegen Sie sich so viel wie möglich an der frischen Luft, egal ob bei Wind, Sonne oder Regen. Geeignet sind: Gehen, Wandern, Radfahren, Laufen, Gymnastik. Ungeeignet sind alle Sportarten, die den Herz-Kreislauf belasten: Fußball, Handball, Tennis, Squash, Bodybuilding, Tauchen und Boxen.
  • Gerade bei Wetterfühligkeit wirken Kneippsche Wasseranwendungen besonders gut. Vor allem bei Menschen mit niedrigem Blutdruck sind diese Maßnahmen zur Kräftigung angesagt: 1. Duschen Sie morgens nach dem Aufstehen zuerst zwei Minuten lang warm, danach ½ Minute lang kalt. Wiederholen Sie dies zwei- bis dreimal, und beenden Sie das Wechselduschen mit kaltem Wasser. 2. Nehmen Sie ein lauwarmes Fußbad mit einer Handvoll Kochsalz aus der Küche. 3. Treten Sie Wasser in 20 Zentimeter kaltem Wasser, aber nur 1-2 Minuten.

 

So heilen Sie

  • Melisse trinken

Die ätherischen Öle der Melisse, die so genannten „Terpene“, beruhigen das vegetative Nervensystem, das gerade bei der Wetterfühligkeit strapaziert wird. 3 Mal täglich 1 Tasse Melissentee mit etwas Honig und 2 TL Melissengeist oder eine Tasse Wasser mit 2 TL Melissengeist trinken.

  • Kur mit Propolis

Propolis wirkt allgemein kräftigend auf den menschlichen Organismus. Trinken Sie 4 bis 6 Wochen lang dreimal täglich ein Glas Mineralwasser mit 5 bis 10 g Propolispulver.

  • Aromabad zur Regenerierung

Lassen Sie in die Badewanne warmes Wasser (38 Grad) einlaufen, und geben Sie eine Mischung aus 4 Tropfen Basilikumöl, 4 Tropfen Lavendelöl und 2 Tropfen Rosmarinöl ins Badewasser. Baden Sie nicht länger als 15 Minuten, und ruhen Sie sich anschließend 30 Minuten aus.

  • Silberweidentee bei Kopfweh

Die Silberweide gilt als „Aspirin der Volksmedizin“, da sie einen aspirinähnlichen Wirkstoff besitzt, das Salizin. Für den Tee übergießen Sie 1 TL Silberweidenrinde mit ¼ l kochend-heißem Wasser. Lassen Sie den Aufguss 5 Minuten ziehen, seihen Sie ihn dann ab, und trinken Sie davon bei akuten Kopfschmerzen 1 Tasse, nicht zu heiß.

  • Aromaölmischung

Geben Sie eine Mischung aus 4 Tropfen Lavendelöl, 4 Tropfen Melissenöl und 2 Tropfen Lemongrasöl in die Verdunstungsschale einer Duftlampe. Mit dieser Ölmischung sollten Sie 2 Stunden lang das Zimmer aromatisieren. Dies steigert die Konzentrationsfähigkeit und hilft gegen Kopfweh.

  • Riechfläschchen für unterwegs

Füllen Sie ein dunkles Glasfläschchen (20 ml Inhalt) mit Sonnenblumenöl, und fügen Sie 4 Tropfen Pfefferminzöl, 2 Tropfen Basilikumöl, 1 Tropfen Angelikaöl und 1 Tropfen Zypressenöl hinzu. Schütteln Sie das Fläschchen gut durch. Das Riechfläschchen sollten Sie bei angekündigten Wetterumschwüngen stets bei sich haben.

  • Akupressur bei Kopfweh

Links und rechts der Augen, an den Schläfen liegen zwei wichtige Akupressurpunkte, die Sie etwa 3 Minuten lang mit sanftem Druck massieren können. Weitere Akupressurpunkte gegen Kopfschmerzen gibt es unterhalb der Augen, auf dem Jochbein. Der so genannte Nackenpunkt liegt in der Mulde zwischen den Knöcheln des Zeige- und Mittelfingers. Die Akupressurpunkte spüren Sie an der Vertiefung der entsprechenden Stellen. Sie können auf zwei Arten massieren: einmal im Uhrzeigersinn; dies beruhigt. Entgegen dem Uhrzeigersinn ausgeführt, wirkt die Akupressur anregend. Tipp: Speziell bei wetterbedingten Kopfschmerzen hilft es, wenn man mit 10prozentigem Pfefferminze-Öl aus der Apotheke Stirn und die übrigen Stellen einmassiert. Sehr bewährt hat sich auch der so genannte „Dackelgriff“: Greifen Sie mit der rechten Hand in den Nacken direkt unter den Haaransatz und ziehen Sie zwischen den Fingern und dem Daumenballen die Hautfalten oberhalb des ersten Halswirbels empor. Loslassen und erneut hochziehen. Es ist gut, wenn es schmerzt. Das ist der Beweis, dass eine Verspannung gelockert wird.

  • Entspannungstechniken

Langfristig können Sie mit Entspannungsmethoden die Wetterfühligkeit verringern. Es eignen sich beispielsweise autogenes Training, Yoga, Meditation oder auch gezielte Atemübungen. All diese Techniken können das vegetative Nervensystem positiv beeinflussen. Erlernen Sie diese Techniken in speziellen Kursen.

  • Gehen Sie in die Sauna

Wer regelmäßig einmal pro Woche das komplette zweistündige Saunaprogramm durchzieht, wird bald keine Probleme mehr mit Wetterveränderungen haben.

 

Buchtipp:

Lutz Koch: Sich wohl fühlen bei jedem Wetter. Das 7-Tage-programm gegen Wetterfühligkeit und großem Wetter-Kalender fürs ganze Jahr. Trias-Verlag, 18,50 Euro.

 

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