Den Ruf der Seele hören

Channeling: Altes Werkzeug zur Selbstfindung oder metaphysische Zaubershow?

In unserem komplexen Leben geschieht es nur allzu leicht, dass wir in eine mentale oder emotionale Sackgasse geraten. Dieses Feststecken in negativer Energie belastet uns auf allen Ebenen. Channeling ist eine Methode, Blockaden zu überwinden, uns von ungelösten Problemen zu befreien und so einen Schritt in eine glücklichere Zukunft zu setzen.

Definition

Channeling ist eine aus den USA kommende spiritistische Technik. Hiernach bezeichnen sich Personen als „Kanäle“ (channels), durch die sich höhere Geistwesen melden und Auskünfte vermitteln. Dabei sind zwei Varianten zu unterscheiden. Entweder eine Person übermittelt Botschaften indirekt, berichtet also lediglich von den Ausführungen eines Geistwesens. Oder aber das Medium stellt dem Geist den eigenen Körper zur Verfügung, das Geistwesen schlüpft also während des Channeling-Vorgangs in den Körper der jeweiligen Person. Dieses direkte Channeling sichert eine unverfälschte Übermittlung von Auskünften, während es beim indirekten Channeln durchaus passieren kann, dass der Verstand des Mediums Mitteilungen ausblendet.

Arten von Channeling

Beim Channeling unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten, nämlich das sprechende und das schreibende Channeling. Gechannelte Botschaften sind demnach nichts anderes als empfangene Nachrichten aus anderen Dimensionen. Sie sind Energieimpulse, die mittels Sprache, Bildern oder Gefühlen übermittelt werden. Je mehr ein Mensch seine geistigen Fähigkeiten entwickelt hat, umso eher ist er offen für diese Impulse, die aus ganz verschiedenen Bereichen kommen können. Zu Vergleich kann man sich einen Füllfederhalter vorstellen. Ohne Füller (Kanal) ist die Tinte (Energie) zwar vorhanden, es ist jedoch schwer, nur mit dieser allein zu schreiben. Deshalb nehmen Lichtwesen, die in höheren Ebenen weilen, durch das Channeln mit den Menschen und anderen Lebewesen auf Erden Kontakt auf und können so hilfreich zur Seite stehen und die Menschen unterstützen. Außerdem können Energien wie zum Beispiel bei Reiki auch durch die Hände gechannelt werden, um die Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

Geschichte des Channelings

Channeling ist so alt wie die menschliche Zivilisation an sich. Es ist ein uralter Bestandteil der menschlichen Kulturen. Seit jeher stehen Schamanen, Hexen, Medizinmänner, Orakel und Wahrsager mit der „anderen Welt“ in Kontakt. Sie erbeten Hilfe und Rat und geben die erhaltenen Botschaften in verschlüsselter Form oder auch sehr direkt an die Menschen weiter. Berühmte Channeller sind zum Beispiel Pharao Echnaton, Pythagoras, Johanna von Orleans, Madame Blavatsky und Rudolf Steiner. Dabei geht das Konzept des Channels weit über den Bereich der Esoterik hinaus und umfasst auch sämtliche Formen inspirierter Kreativität. Channeller sind deshalb auch zum Beispiel Leonardo da Vinci, Wolfgang Amadeus Mozart und Albert Einstein. Die Liste ist schier endlos. Der Begriff des „Channelings“ wurde Mitte des 20. Jahrhunderts durch die Amerikanerin Jane Roberts (1929-1984) geprägt, die Kontakt zu einem Geistwesen namens Seth aufgenommen haben will. Ihr Ehemann protokollierte die Auskünfte von Seth und beide haben zahlreiche Bücher („Gespräche mit Seth“) über die aufgenommenen Weisheiten veröffentlicht. Ein weiterer großer Channeller in den USA war Edgar Cayce. Er gibt in seinen „Readings“ genaue Anweisungen, wie man „gechannelte“ Botschaften beurteilen und nutzen soll. Nach dem Prinzip „Gleiches zieht Gleiches an“ betont er, dass man das Medium auf seine Aufrichtigkeit prüfen muss. Ein Mensch wird immer „Wesenheiten“ anziehen, die seinem eigenen Wesen entsprechen. Dies gilt sowohl für die Auswahl eines „Channeling-Mediums“, als auch für jeden geistigen Lehrer. Wenn wir aus rein egoistischen Motiven channeln, kann dies höchst gefährlich sein, weil wir uns dadurch eine Bedeutung anmaßen, der es an wahrer Demut und Verständnis fehlt. Wichtig ist, sagt Cayce, dass jeder sein eigenes spirituelles Ideal und Maß findet, wonach er alles beurteilen kann.

Was Channeling nicht ist

In allen Zeitaltern war die Menschheit fasziniert vom Übernatürlichen. Schon immer bestand das Bedürfnis, seine Existenz zu beweisen. So entwickelte sich der Spiritismus im 19. Jahrhundert zu einer Bewegung, welche den Kommunikationsprozess mit verlorenen Seelen erforschte. Beim Channeling geht es aber nicht (nur) um Mitteilungen von Verstorbenen, sondern um Personifikationen umfassender Bewusstheiten, an denen die Übermittler („Kanäle“) teilhaben. Themen beim Channeling sind daher vor allem Lebenshilfe, Zukunftsbewältigung, aber auch Impulse für eine spirituelle Evolution der Menschheit.

Channeling-Beratung: Was bringt sie?

In einer Channeling-Beratung kann man Fragen zu aktuellen Lebensthemen stellen. Dabei sind die übermittelten Botschaften der geistigen Welt mehr als nur Informationen. In der Regel findet eine Energieanhebung statt, bei der man höhere Schwingungen aus dem Universum empfängt, wie zum Beispiel Liebe, Freude, Kraft, Weisheit und Kreativität. Die Schwingungsanhebung hilft Blockaden zu transformieren und das persönliche und spirituelle Bewusstsein anzuheben. „Die geistigen Botschaften sollen anregen, Situationen besser zu verstehen und sie aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten“, sagt Christiane Völkner, Channeling-Therapeutin in Heidelberg (Als Alternative kann man hier eine Questico-Beraterin einsetzen). „Viele Menschen haben vergessen, wie viel Kraft in ihnen steckt und wie vollkommen ihr innerstes Wesen ist. Die Botschaften der geistigen Welt sind wie ein Licht, das Klarheit anzündet für Neubeginn im Leben.“ Der Maßstab für die Richtigkeit der Aussagen ist ein freudiger innerer Zuspruch, ein angenehmes Körpergefühl oder auch die Bestätigung von dem, was man eigentlich schon selbst geahnt hat.

Auf was man beim Channeling achten muss

Channeling kann wie Tarotkarten legen nur als Hilfe gelten, sollte keinesfalls als Richtlinie gesehen werden. Mit Hilfe des Channelns und der Informationen, die dem Menschen dadurch übermittelt werden, soll der Mensch angeregt werden, seine Situation aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Niemals sollte man das, was einem durch das Channeling übermittelt wurde wortwörtlich nehmen und sich daran festhalten. Jeder Mensch muss die Botschaften für sich selbst und seine Situation prüfen, indem man in sich kehrt und sein Herz und sein Gefühl fragt, ob es für einen zutrifft. Sollte man Durchgaben bekommen, in denen Forderungen und Drohungen ausgesprochen werden, so werden diese Botschaften aller Wahrscheinlichkeit nach von sogenannten „Fobgeistern“ stammen. Neben höheren Lichtwesen, also jenen, die dem Wohle der Menschen dienen, gibt es auch niedere Lichtwesen, die sich einen Spaß erlauben wollen. Sie haben nichts als „Schabernack“ im Sinn und bedenken nicht die möglichen Folgen für den Menschen oder wollen ihm sogar Schlechtes zufügen. Ein höheres Lichtwesen wäre dazu nicht im Stande. Schon Jesus Christus warnte: „Prüft die Geister, ob sie von Gott sind.“ Er wusste, dass es sowohl unter den inkarnierten wie unter den nicht inkarnierten Wesen Täuschung und Betrug gibt. Deshalb ist es wichtig, immer wieder sich selbst zu befragen und seinen Gefühlen zu folgen. Nur so werden Fobgeister enttarnt und Channeling ein Erfolg.

Selbst channeln ist möglich

Prinzipiell ist jeder Mensch von Geburt an in der Lage zu channeln. Man kann es eigentlich auch nicht verlernen, denn die Verbindung zu den höheren Lichtwesen ist immer und jeder Zeit vorhanden. Sollten Sie schon die Einweihungen in den ersten Reiki-Grad erhalten haben, so channeln Sie schon bei der Energiekanalisierung. Aber auch ohne Reiki ist es möglich, Kanal für Geister zu werden. Man muss es nur wollen. Je reiner die Seele, je nachhaltiger die Herzensöffnung ist, umso schwingungsmässig höher können die einströmenden Energien sein. Jedoch ist es ratsam, sich im Vorfeld mit anderen Menschen zu treffen und über dieses Thema zu sprechen, um vorhandene Gefahren zu kennen und sich dementsprechend zu schützen.

Channeln als Herausforderung für die eigene Zukunft

Channeln wirkt wie ein Licht, das in der Dunkelheit leuchtet, unsere unterdrückten Gefühle und Probleme an die Oberfläche bringt und dadurch unsere inneren Blockaden abbaut. Channeln erweitert unser Bewusstsein. Es steht jedem von uns zur Verfügung, was auch immer wir tun. So können wir ein höheres Maß an Erfüllung finden und wahre, innere Freiheit erlangen.

Infos:
André und Melissa Bónya: Channeling für Einsteiger, Bohmeier Verlag Lübeck 2002, 12,90 Euro.
Tony Neate: Jeder kann channeln, Heinrich Hugendubel Verlag, München 2003, 16,95 Euro.

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