Zählen Blutsbande mehr als Freundschaft?

Von: Sonja Schön

Manchmal muss man sich im Leben entscheiden. Wer ist für uns wichtiger, die Familie oder die Freunde? Sonja Schön hilft weiter.

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Die Familie findet derzeit viele Vorbilder. Nicht nur schwangere Prinzessinnen wie zum Beispiel Mette-Marit und Maxima regen zur Nachahmung an, auch so manche prominente Frauen wie Madonna und Verona Feldbusch zelebrieren die heile Familie. Damit sind sie voll im Trend. Umstandkleider werden immer enger, Schwangere verstecken sich nicht mehr und Familie steht hoch im Kurs. Nach dem Platzen vieler Karriereträume im Internet-Business findet die so genannte Generation Golf zwischen 30 und 40 Jahren zunehmend Gefallen am „Startup-Projekt Familie“. Auch im Fernsehen gibt es einen Babyserien-Boom mit „Wir machen ein Baby“, „Schnulleralarm“, „Mein Baby“ oder „Hallo Baby!“. Sogar Hollywood hat die Familie wieder entdeckt: Väter suchen nach ihren verlorenen Söhnen, Töchter opfern sich für ihre Väter auf. In Filmen wie „Krieg der Welten“, „A History of Violence“ oder „Flight Plan“ steht die klassische Lebensgemeinschaft als letzte Bastion auf dem Prüfstand. Doch wie sieht die Realität aus?

Was ist Familie?

Das Wort stammt von dem lateinischen Begriff „familia“. Es kommt von „famulus“, der „Hausklave“. Zunächst bezeichnete es die Gesamtheit der zum Hausstand des „Pater familias“ gehörenden Familienangehörigen, Freigelassenen und Sklaven. Im westlichen Kulturkreis wird heute unter „Familie“ die so genannte „Kernfamilie“ verstanden, nämlich Vater, Mutter und deren Kinder. Zwar hat die Familie nach wie vor eine hohe Wertigkeit und gehört fest in den Lebensplan vieler junger Menschen, doch ihre Form entspricht immer seltener bürgerlichen Vorstellungen. 200.000 Paare lassen sich jedes Jahr in Deutschland scheiden. Eheschließungen und Geburten sind rückläufig. Die Gründe dafür sind vielfältig: Längere Ausbildungszeiten, berufliche Mobilität, steigender Leistungsdruck, mangelnde Zeit und individuelle Lebensstile machen es vielen Menschen schwer, sich für eine verbindliche Lebensgemeinschaft zu entscheiden. Trotzdem ist das „Modell Familie“ attraktiver denn je, weil Partnerschaftlichkeit und Gleichberechtigung in der heutigen Zeit groß geschrieben werden. So bemühen sich Eltern, den Bedürfnissen ihrer Kinder gerecht zu werden, sie entsprechend ihrer Begabungen zu fördern. Häufig ist Kindererziehung auch ein Beispiel für funktionierende Solidarität: Viele Großeltern unterstützen die jüngere Generation bei der Betreuung der Kinder. Eine funktionierende Familie ist deshalb immer noch eine wertvolle Unterstützung im Leben.

Fortsetzung folgt…

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